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Wald4tel 2012 Bericht von Manfred Pledl


Die nunmehr achte Wald4-tel Classic brachte nicht nur ein neues Siegerteam, neue Baumaffen – und die nicht zu wenig aber dafür umso kleiner, erstmals eine schneebedeckte Trabrennbahn, sondern auch ein bewährtes Konzept aus Fahrspaß nach Roadbook am Freitagabend und einen Samstag als richtige Herausforderung für die Beifahrer. Leider ist die Teilnehmerzahl erneut gesunken. Obwohl es so schöne Pokale gab, von einem Künstler aufwendigst handgefertigt, die Edith ein neidvolles „schön wär das schon wieder einmal“ entlockten. Zumindest aus Salzburg kann ich berichten, dass das nichts mit dem Bewerb, sondern in erster Linie damit zu tun hat, dass doch alte Autos teilnehmen sollen, und die funktionieren halt nicht immer. Auch bei uns war der Motor nach 14 monatiger Zwangspause gerade einmal richtig eingefahren und die Vorfreude riesig. Immerhin war fast die Hälfte der Starter auf Escorts unterwegs – ich kann mich noch an 2007 erinnern, da waren wir die einzigen.
Nachdem wir uns den Bauch mit ausgezeichneten Würsten vollgestopft haben, ging es um 21:00 an den Start. Schon auf den ersten Metern wurde klar, dass der Abend kein reines Honiglecken wird. Besonders am Anfang jeder Veranstaltung kommentiert die beste aller Beifahrerinnen jede unplanmäßige Richtungsänderung, meist durch unvorhersehbare Eisplatten, lautstark und nachhaltig. Aus diesem Grund, und auch weil ich nicht wieder so viele Baumaffen übersehen wollte, drosselte ich das Tempo etwas. Jedenfalls lagen wir bei der 1. ZZK schon 3 Minuten zurück, haben bis dahin aber alle Baumaffen aufgeschrieben. Aufgrund der dann doch etwas motivierteren Fahrweise, der wunderbaren schneebedeckten Wege und des häufigeren Sichtkontaktes mit den vor mir gestarteten Autos haben am Ende des Tages dann 4 Buchstaben auf der Karte gefehlt. Aber der 3. Platz im Zwischenklassement hinter Wenger und Russegger hat uns dann doch getaugt. Nach einigen wohlverdienten Bieren kam dann die wohlverdiente Nachtruhe.
Der nächste Tag begann dann mit einer großen aber nicht wirklich erfreulichen Überraschung. Die Landkarte nach der wir den Weg finden sollten, bekamen wir wie üblich in der Startminute durchs Fenster gereicht, von rechts erklang sogleich ein verzweifeltes „ich kenn mich nicht aus…“ Damit das nicht alle sofort mitbekommen, fuhr ich einmal ums Eck und blieb im Ort kurz stehen, um Edith die Chance zur Orientierung zu geben. 15 Sekunden später hörte ich einen Einschlag von hinten. Ausgerechnet ein Horner Escortfahrer, der in mehrjähriger Arbeit seinen wirklich schönen 1600-er MkII selbst aufgebaut hatte, war bei der ersten Teilnahme in unser Heck gerutscht. Ich bin mir sicher, dass es ihn mehr geärgert hat als mich. Zumal er auch nicht mehr weiterfahren konnte, aber auch bei uns war die Konzentration beim Teufel. Die Landkarten waren mit Schwierigkeiten nur so gespickt, verschiedene Maßstäbe nach jedem Seitenwechsel, kürzester Weg von einem Punkt zum nächsten, „Grenzannäherung“ und Barrieren als Sperre klingen in der Theorie schon kompliziert, in der Praxis aber – echt geil, wenn auch nicht für die Beifahrer! Nach mehreren 180° Wendungen erreichten wir auf traumhaften Winterstrassen den Höhepunkt des Tages – die Trabrennbahn. Jeder Teilnehmer durfte zwei Mal 2 Runden gegen einen Bewerber fahren, von mir aus hätten wir dort bleiben können. Der Escort driftete wirklich lammfromm in den langgezogenen Kurven, gerade so als ob er für nichts anderes gebaut wäre.
In Ysper wartete dann der „Nussene“ auf die redlich erschöpften Teilnehmer. Nach dem Verzehr des traditionell ausgezeichneten Truthahnes erfolgte die Siegerehrung. Vater und Sohn Wenger vor Vater und Sohn Russegger ergaben mit meiner Wenigkeit und der besten Beifahrerin von allen ein rein Salzburger Escort – Podium! An Andi Starkmann und sein Team kann ich nur wie jedes Mal ein riesiges Dankeschön für diese wunderbare Veranstaltung richten. Der Aufwand und der Grad an Perfektion in der Vorbereitung und Durchführung sind für so ein kleines Team unvorstellbar. Weiter so. Und an alle anderen: kommt’s nächstes Jahr, sonst ist es vielleicht zu spät…