ernst


Bericht über die Wald4tel – Classic 2008

Von Ernst Marquart

Nach der Teilnahme im Jahre 2006, der aufmerksamen Beobachtung 2007 – siehe Berichte unter Drivers Journal – habe ich trotz der Angebote, mich ins Waldviertel mitzunehmen, den heimatlichen Schreibtisch vorgezogen. Daher der Titel dieses Berichtes aus zweiter Hand.

Andreas Starkmann, vor kurzem erfolgreich bei der Planai-Classic unterwegs, hatte wieder ins winterliche Waldviertel eingeladen. Unbeirrbare Begeisterung für den Rallyesport, Erfahrungen und Erfolge im In- und Ausland und die „unberührte“ Eignung des Waldviertels für den richtigen Rallyesport mit historisch wertvollen Fahrzeugen waren die Voraussetzungen für die nun schon vierte „Waldviertel Classic“ im Raum Yspertal im südlichen Waldviertel.

Die ausgewählt bunten und harten Anforderungen, die Andreas Starkmann mit seinen Freunden zusammengestellt hatte, waren die von vielen gesuchte Abwechslung zum vielgeübten „Gleichgültigkeitssport“. Dass nun ein Spitzen-Gleichgültigkeitsfahrer im vierten Anlauf die Veranstaltung gewonnen hat, war Grund zu großer Freude – für die Sieger Franz Brachinger / Othmar Schlager und die Veranstalter.

Nachtprolog am Freitag zwischen 22 Uhr und 2 Uhr früh für 26 Fahrzeuge – Etappen, die nach Roadbook zu fahren waren, trotz des eher frühlinghaften Wetters außerhalb des Waldviertel durch Reif und unterkühlte Fahrbahnen „garniert“. Vernünftige Etappen, Passierkontrollen – für acht der Teilnehmer ohne Schwierigkeiten zu bewältigen, die anderen dürften wohl gepatzt haben?

Am Samstag ging es gutbürgerlich ab 11:00 Uhr los. Jetzt wurden aber die wirklich sadistischen Kleinigkeiten ausgepackt. „Fischgräten“ - d.h. man hatte auf einer geraden Linie, die maßstabmäßig stimmte, alle Abzweigungen eingezeichnet, die man nicht nehmen sollte und sodass man bei Verfahrern nicht mehr weiß, wo man auf die Strecke zurückkommt. Als kleine, weitere Novität gab es „Schattenkarten“ – das sind Kartenausschnitte, bei denen die Ortsnamen verstümmelt bzw. abgeschnitten sind, so dass eine Orientierung einigermaßen erschwert wird. Leichter taten sich wahrscheinlich Teams die nach gutem, alten Brauch sogenannte Straßenkarten mitführten!

Auf der Trabrennbahn in Edelhof war eine sehr nette Sonderprüfung vorgesehen. Zuerst fuhren die Beifahrer eine gezeitete Runde, dann die Fahrer. Für die Summe der Zeiten der zwei Runden waren 85 sec. vorgegeben, die allerdings keiner schaffte. Leider hatte das Wetter die Absichten der Veranstalter durchkreuzt, weil die Trabrennbahn mit Schneefahrbahn eine tolle Herausforderung gewesen wäre. Peter Pech, 2007 mit Erwin Putz Gesamtsieger, berichtete: „Mittags musste erst der Beifahrer eine Runde auf einer extrem schlammigen Trabrennbahn fahren – nach der Pause der Fahrer – in Summe 85 Sekunden Zeit – ich habe mit den glatten „Sommerpatschen“ alleine schon 60,20 Sekunden gebraucht – Erwin hat es dann in 57 Sekunden geschafft – unmöglich eine gute Zeit hinzukriegen – außer man fährt öfters mit dem Auto auf derartigen Rundkursen im Extremdrift – mir war das Auto komplett fremd und der Gatsch hatte mich fast festgesaugt gehabt …Diese Differenz hat uns 31xx Punkte beschert – mehr als das mögliche Maximum auf 3 Etappen (!!)."

15 Mannschaften erreichten das Ziel in Wertung, die Differenzen waren durch die Herausforderungen relativ hoch, was aber der guten Laune der Teilnehmer keinen Abbruch tat. F. Brachinger/O. Schlager vor C. Albert/S. Hommel und A. Brandstätter/N. Walter „standen“ auf dem Siegerpodest in den den „Drei Hacken“ in Ysperdorf. Bei einem Feuerwerk wurden die Sieger mit „Glaspatzen“ eines eineimischen Künstlers geehrt und alles schritt zum traditionellen Truthahn.

E. Marquart (als Übersetzer) / 2.2008