gerhard


Illegales Straßenrennen?

Oder war es doch einen Oldtimer Veranstaltung ?

Hier die Antwort und die Wahrheit!

Bericht von Gerhard König (Organisator)

Betrachtet man die Oldtimerszene in Österreich so muss man feststellen, dass sich fast alle Veranstaltungen gleichen.

Hier ein Auszug eines Berichtes von Ernst Marquart dem ich nichts mehr hinzufügen möchte:

Der „Sport“ mit historischen Fahrzeugen mit Gleichmäßigkeitsprüfungen boomt unter dem Motto „Jedem Fremdenverkehrsverband seine Oldtimer-Rallye“. Die Veranstaltungskalender sind vollgestopft, in Österreich kann man von April bis Oktober jedes Wochenende seinen „Oldtimer“ mehr oder weniger sportlich bewegen. Aber fast nur ganz gleichmäßig – ein netter Zurückgebliebener nennt dies „gleichgültig“ – ähnlich wie bei einem Air-Restictor bei Rennmotoren werden alle Drehzahlen über 2.000 U/min und Geschwindigkeiten über 49,9 km/h weggefiltert. Wieso nennen sich dann viele dieser Veranstaltungen eigentlich Rallye? Nutzen eines bekannten Begriffes für einen nahezu bis zur Unkenntlichkeit veränderten Typ von Automobilsport? Diese Modifikation hat auch Teilnehmer, Fahrzeuge und Strecken deutlich geprägt – von den Anforderungen der selektiven, kombinierten Prüfungen sind die Veranstalter zu „gedrosselten“ Ausfahrten in touristisch interessanter Umgebung mit sterilen, austauschbaren 1/100-Sekunden-Klauberein (Originalton Walter Röhrl „Tipferlscheißen“) geworden. Das Idealfahrzeug hat einen 8 Zylindermotor, 4 Liter Hubraum, 300 PS und ist je nach Frischluftbedarf des Fahrers Cabrio oder Coupé, Limousinen werden seltener, Rallyefahrzeuge sind eher die Ausnahme. Von Sponsoring-Ort zu Sponsoring-Ort zieht die Karawane, zwar noch nicht im Kreis wie die WRC, aber viel fehlt nicht mehr. Wo bleiben die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, Dauerbelastungen? In den Köpfen der Zurückgebliebenen?

Nach dieser Situationsbeschreibung zur Eingangsfrage bzw. zur Erzählung über ein Zusammentreffen von Zurückgebliebenen, die den Rallyesport und Rallyegedanken weder bei der WRC oder heimischen Rallyemeisterschaft (aktuelle oder historische Fahrzeuge) noch bei den Gleichgültigkeitsbewerben finden. Es gib seit ca. drei Jahren einige „alternative“ Bewerben in Salzburg und Niederösterreich, die sich nicht in das Schema der Gleichgültigkeit pressen lassen wollen. Dass die absolute Geschwindigkeit nicht ausschließliches Kriterium sein kann, ist diesen Veranstaltern klar. Muss es aber immer ein Roadbook mit Wegvorgabe auf Meter genau sein? Müssen alle Kriterien vorgekaut sein und additiv erfüllt werden? Müssen es immer Straßen mit Autobahnqualität sein? Muss es immer heller Tag sein?

Die klassischen Rallyes schrieben die Strecke von A nach B nach C usw. vor, nur wenige Passierkontrollen überprüften die Einhaltung, manche davon geheim. Kartenlesen und Vorbereitung war sinnvoll, gefundene Abschneider eher ein Zeichen der Qualität als des „Betruges“. Zeitweise war auch Taktik gefragt, wo man abwägen musste, ob man alle Kriterien in der vorgegeben Zeit erfüllen kann (Wintertourenfahrt des ÖAMTC). Über die Sinnhaftigkeit von Dauerbelastungen kann man sicher diskutieren – Spa-Sofia-Liége bis 1964 war sicher der nicht sehr sinnvolle Höhepunkt – aber alle zwei Stunden Kaffee und Kuchen reichen und um 16:30 Uhr den automobilen Schatz in der Hotelgarage abstellen, sind keine Belastungen.

Aus diesem Grund und unter Einbindung von Meinungen, Erfahrung, Eigenerlebnissen und Unterstützung von so manchen „Alten Hasen“ haben Andy und ich versucht ein bisschen Wind in die Landschaft zu bringen.

So wurde eine zweite Veranstaltung aus den Köpfen gezimmert und mit dem Namen „Donau-Historik-Rallye“ versehen.

Bereits im Vorfeld wurden die wildesten Vermutungen angestellt. „Illegales Straßenrennen“ „Viel zu schnell“ und „Schädigung der Oldtimer Veranstaltungen“ sind nur ein kleiner Auszug der laut gewordenen Stimmen.

Darum freut es uns sehr, hier den ersten Bericht der „Donau-Historik-Rallye 2008“ abzuliefern.

Der Aufgabenbereich ist schnell erklärt:

Fahre von A nach B, wähle die Route selbst und entwickle die eigene Strategie die laut deiner Meinung zum Ziel führt. Und das auf einer Strecke von ca. 1000 Kilometer. Keine Zeitvorgabe und keine zwingenden Halts. Gefahren wird in Einem Stück. D.h. Tag und Nacht.

So war es auch am 8.11.2008, Start in Passau um 00:00 und Ankunft, nach knappen 1000 Kilometer, unbekannt.

Einige Verwegene haben die Herausforderung angenommen und haben sich der Aufgabe gestellt. Insgesamt waren 17 PK´s (Kontrollpunkte) anzufahren. Die Aufgabe der Kontrolle wurde nicht mit GPS sondern mit einem Foto bewältigt. Das Roadbook war sehr dünn und bestand aus folgender Beschreibung. PK 1 Schlägl. (Landkarte Oberösterreich 1:200.000) in der Sektion D 28 , Entfernung 53 Kilometer. Foto des FF Hauses in Schlägl

Kam das Team von der unserer Meinung nach kürzesten Route war das FF-Haus leicht zu finden. Danach ging es sofort weiter : PK 2 Niederwaldkirchen (Landkarte Oberösterreich 1:200.000) in der Sektion E 29 , Entfernung 30 Kilometer. Foto des Stromverteilers am Parkplatz der Hauptschule. 


So wurden die Teilnehmer von Deutschland über Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland und Ungarn bis ins Ziel auf den Panonia Ring geleitet. Einige Überquerungen der Donau waren in der Route inkludiert.

Einige PK`s wurden von Andy und mir zeitweise besetzt. Das heißt wir haben die Teilnehmer auf ihrer Fahrt begleitet.

Schon nach den ersten 250 Kilometer merkten wir, dass sich das Feld streckte und nicht jeder dieselbe Entscheidung traf.

Die Strategie war manchmal, Kleine Strassen (Kürzeste) bei dem Einen und die Schnellere Hauptstrasse (Längere) bei dem Anderen

Wir haben die Kilometerstände der Fahrzeuge beim Start und im Ziel abgelesen und die Differenz errechnet. Das Ergebnis findet Ihr auf unserer Homepage.

Eine PK nicht anzufahren wurde mit unterschiedlichen Strafpunkten bewertet.

Es stand den Teilnehmern also frei PK´s auszulassen und dadurch früher im Ziel zu sein. Denn Sieger ist der, der als Erster am Panonia Ring einfährt und die meisten PK`s angefahren hat.

Unsere Rechnerische Ankunftszeit war ca.13:30 bei 941 Kilometer. Also ein Schnitt von 70,22 Kilometer. Ein durchaus akzeptabler Schnitt, wenn man bedenkt, dass einige Streckenabschnitte auch auf Schnellstrassen oder Autobahnen zu fahren waren.

Bei der Streckenplanung haben wir immer mit Routenplanern unser Zeiten erstellt und berechnen lassen. Auch als wir (Andy und Ich) die Strecke selbst abfuhren, korrigierten wir die Zeiten auf unseren tatsächlichen Aufwand. Alles natürlich unter Einhaltung und Einbindung der STVO.

Unsere angestellten Überlegungen waren von der Realzeit nicht wirklich entfernt. Das erste Auto kam um 10 Minuten später als wir in der Idealzeit errechnen konnten im Ziel an.

Unsere Vorgaben waren also in Ordnung und waren einzuhalten.

Als alle Fahrzeuge am Panoniaring waren, fuhren wir ins Hotel, wo die Siegerehrung stattfand. Wir waren alle sehr überdreht genossen den Abend und es wurde ausgiebig über die Fahrt gesprochen. Einheitlicher Tenor „Geil, Wir kommen wieder.“

Also lagen wir richtig mit unseren Vorgaben und der etwas andren Art von Veranstaltung. Kein Unfall, nur ein großes Unbekanntes Flugobjekt sprengte eine Windschutzscheibe.

Alle waren Zufrieden mit Ihren Leistungen. Keiner machte uns einen Vorwurf warum er nicht Sieger wurde. Wir begossen anschließend noch das Ergebnis und gingen nach 46 Stunden wieder ins Bett.

Uns bleibt nur mehr zu sagen: Danke an alle Teilnehmer für euer Vertrauen und für euren Einsatz. 


Ergebniss der Ersten DREI !

 

Vorgabe
Gefahrene
Verwendete
Schnitt
Kilometer
Kilometer
Zeit
Pro Stunde
Pledl/Matzelsberger
941
1013
15:01
67,45
Pierer/Pierer
941
1184
16:46
70,61
Hoffmann Ernst
941
996
16:52
59,05